Diesmal freuen wir uns auf vier Wochen Urlaub. Unser Ziel ist der Norden Spaniens und Portugals.
Wir starten unsere Fahrt ungewohnt erst Samstagmorgen. Es geht durch Belgien, mit einem Einkaufsstopp vor Lüttich im Carrefour. Dann weiter nach Frankreich, mit erträglichem Stau an Paris vorbei bis nach Blois an der Loire. Das sind ca. 750 Kilometer und ungefähr die Hälfte bis zur spanischen Grenze. In Blois gibt es einen einfachen Stellplatz am Stadtrand. Wir bezahlen am Automat, kommen damit durch die Schranke und parken ein.
In die Stadt ist es einen guten Kilometer. Eigentlich wollen wir zu Fuß gehen, es gibt aber auch einen kostenlosen Shuttle. Als wir an der Bushaltestelle ankommen, kommt direkt ein Bus, und wir steigen ein. Später stellen wir fest, dass es ein normaler Linienbus war, den man hätte bezahlen müssen!
Wir laufen durch die Stadt, hoch zu dem imposanten Schloss, und bekommen langsam Hunger. Mit etwas Anlaufschwierigkeiten finden wir im Le petit Bistro einen Tisch. Bei Tapas (nicht die Besten) und einem Glas Wein stimmen wir uns so langsam auf unseren Urlaub ein.
Zurück laufen wir zum Stellplatz und gehen auch direkt schlafen.
Sonntag, 28. September
Es war eine sehr ruhige Nacht und wir können richtig lange schlafen.
Ohne Frühstück machen wir uns auf den Weg, halten allerdings im Ort noch beim Bäcker und versorgen uns mit Baguette, Croissants und Teilchen.
Unterwegs stoppen wir an einem einfachen Rastplatz und frühstücken ausgiebig.
Die Fahrt heute zieht sich ganz schön und am frühen Abend kommen wir endlich in Saint-Jean-de-Luz an. Wir erkennen einiges wieder, da wir vor zwei Jahren schon hier waren. Den CP haben wir diesmal am anderen Ende ausgesucht und bekommen problemlos einen Platz. Wim muss noch telefonieren und ich gehe erstmal zu dem Aussichtspunkt auf der anderen Straßenseite, um einen ersten Blick auf die dortigen Steilklippen und das Meer zu genießen.
Wir machen in unserer neuen Elektropfanne Essen und spielen heute Abend eine Runde Qirkle, bevor es ins Bett geht.
Montag, 29. September
Wieder schlafen wir richtig lange. Nach dem Frühstück fahren wir zur Entsorgung und weiter zum Einkaufen. Da wir nochmal in Frankreich einkaufen wollen, steuern wir den nahegelegenen Leclerc an. Der ist in einem Einkaufszentrum und Wim findet in einem der Läden eine neue Jeans.
Nach dem Großeinkauf wollen wir eigentlich weiter, stellen aber fest, dass wir den Deckel vom Wassertank auf dem CP liegengelassen haben. Also einmal zurück. Leider liegt der Deckel nicht mehr dort und die Rezeption hat über Mittag geschlossen und so fahren wir ohne Deckel weiter.
Unser nächstes Ziel ist der Foz de Lumbier. Bis dort hin geht es über gut bis sehr gut ausgebaute Landstraßen. Zwischendurch gönnen wir uns in der Nähe von Pamplona mal eine Pause, essen etwas und machen ein kurzes Nickerchen.
Nach insgesamt ungefähr 100 Kilometern kommen wir auf dem Parkplatz des Canyons an, ein Parkwächter kassiert 5€ Gebühr und wir wandern los.
Erst erscheint uns die Schlucht nicht so spektakulär. Als wir aber dann über Stock und Stein zum Rio Irati runterklettern, ist es doch sehr beeindruckend. Über uns fliegen die in Europa selten gewordenen Gänsegeier und hunderte kleiner Schwalben. Wieder auf dem Hauptweg, geht es durch einen Tunnel der alten Eisenbahnstrecke und hier ist unsere Taschenlampe sehr nützlich.
An deren Ende gibt es einen schmalen Felspfad zu den Resten der Puente del Diabolo, also der Teufelsbrücke, welche im Unabhängigkeitskrieg 1812 zerstört wurde und vorher wohl ein Teil des Jakobswegs war. Wir hangeln uns an den Eisenseilen entlang und haben nochmal einen tollen Blick in die Schlucht.
Über den Hauptweg, geht es zurück zum Parkplatz und auch gleich weiter.
Unser Ziel ist heute der Stellplatz an den Bardenas Reales. Unterwegs lockt uns noch das Städtchen Olite mit einem SP direkt an der Straße. Wir halten und laufen bei herrlichem Sonnenuntergangslicht durch die Gassen der mittelalterlichen Stadt mit dem ehemaligen Königspalast von Navarra. Nach einem Getränk in einer Bar auf dem Hauptplatz geht es weiter.
Mit Einbruch der Dunkelheit kommen wir auf einem großen kostenfreien Schotterplatz in Arguedas an. Es sind nur wenig Wohnmobile da und vor lauter Auswahl können wir uns kaum für einen Platz entscheiden 😉
Wir essen noch eine Kleinigkeit, zum Kochen haben wir keine Lust mehr.
Wir sind übrigens heute durch sehr abwechslungsreiche kurzweilige Landschaften gefahren, vorbei an Gemüse- und Getreidefeldern, leider verblühten Sonnenblumen, Weinplantagen, kleinen Ortschaften, oft am Hang gelegen, die unterschiedlichsten Felsformationen, Berge im Hintergrund, und das alles auf sehr gut ausgebauten Landstraßen und mit sehr rücksichtsvollen Autofahrern!
Dienstag, 30. September
Auch heute kommen wir erst spät aus den Federn. Wir frühstücken und machen uns mit dem Wohnmobil auf den Weg.
Im Infocenter am Eingang der Bardenas Reales bekommen wir eine Karte mit den möglichen Strecken und Sehenswürdigkeiten.
Die Bardenas Reales ist eine Halbwüste im Navarra-Gebiet und wurde 2000 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Es ist eine bizarre Landschaft aus meist ockerfarbenem Lehm. In der Mitte befindet sich militärisches Sperrgebiet. Während unseres Besuchs, fliegen auch in sehr kurzen Abständen laute Düsenjets über uns her.
Das Gebiet ist auf vielen ausgewiesenen Wegen befahrbar, jedoch nur über grob befestigte Schotterwege, so dass eine Geschwindigkeit von maximal 40 km vorgegeben ist. Aber selbst das ist uns noch zu schnell.
Unser erster Stopp ist der Felsen Cabeza de las Cortinillas. Eine Steintreppe mit ca. 186 Stufen führt hinauf, ist jedoch zwischendurch Opfer der Erosion geworden und völlig zerstört. Wir klettern trotzdem weiter und kommen oben auf einem großen Plateau an und haben tollen Ausblick auf die Wüstenlandschaft.
Wieder unten geht es weiter und kurz drauf sind wir an der Hauptattraktion der Wüste, dem Castildetierra, ein spitz zulaufender Kegel, auf dessen Spitze eine Felsplatte thront. Hier treffen wir auch auf die meisten Touristen, können uns der Faszination auch nicht entziehen und bewundern ihn von allen Seiten.
Eigentlich wollen wir die ca. 35 Kilometer Hauptroute fahren, stellen aber sehr schnell fest, dass uns das Gerappel auf der Piste doch sehr nervt und beschließen, genug Eindrücke gesammelt zu haben und drehen wieder um.
Wir fahren nochmal in den Ort, da wir dort eine sehr günstige Tankstelle gefunden haben und tanken Diesel für 1,329€. Anschließend finden wir den offiziellen Stellplatz unter den Höhlenfelsen und halten heute dort. Wir laufen in den Ort, da wir Hunger bekommen.
Die Stadt wirkt wie ausgestorben, wir finden jedoch einen kleinen Platz mit zwei Restaurants. Wir entscheiden uns für die Bar Navarro-Callejas. Dort gibt es ein Menü, bestehend aus 3 Gängen plus Wasser und Wein für 20€. Wim nimmt Gambas, da kommen 5 riesige Teile. Dann gibt es 2 große Scheiben Schwertfisch mit Pommes und zum Nachtisch eine Crema Catalana. Ich esse nur ein Assiette Garnie mit Putensteak, 2 Eiern und Pommes. Plus mein Getränk und zwei Kaffee bezahlen wir am Ende keine 35 €.
Weiter geht es durch die wunderschöne Landschaft, aber wir haben nicht mehr so richtig Lust noch weit zu fahren. Wim sucht uns auf der Strecke einen CP raus. Als wir dort ankommen, sehen wir vor verschlossener Schranke. Und auch auf die angegebene Telefonnummer reagiert keiner. Wir suchen uns einen anderen Platz und in dem Moment kommt doch eine Frau. Wir fahren trotzdem weiter bis zu der Weinstadt Haro. Dort ist die Rezeption noch besetzt und verbringen einen entspannten Abend.
Mittwoch, 01. Oktober
Wir werden mit Sonnenschein wach und entscheiden uns, noch einen Tag hier zu bleiben. Wim geht eine Runde Laufen und ich räume mal das Wohnmobil auf. Danach sitzen wir in der Sonne, um uns herum ist fast alles abgereist und statt Ruhe haben wir Dauerlärm und Piepen von einer Baustelle direkt hinter dem CP. Das hören wir uns eine kurze Zeit an und sind uns dann einig, dass wir das nicht den ganzen Tag ertragen und lieber weiterfahren. Wim geht noch eine Runde im Pool schwimmen, und nachdem wir geduscht und etwas gegessen haben, packen wir zusammen und verlassen Punkt zwei Uhr den Platz.
Wir fahren nach Burgos auf den städtischen Stellplatz und bekommen den letzten Platz. Zwar gibt es davor noch einen großen Tagesparkplatz auf dem auch viele Wohnmobile stehen, aber wir haben gelesen, dass dort gerne Strafzettel verteilt werden, da die meisten zwei oder noch mehr Parkplätze einnehmen.
Mit den Fahrrädern fahren wir in die Stadt, auch wenn der Weg wohl nur geradeaus geht und es gut ausgebaute Radwege gibt, haben wir mal wieder das Problem, den direkten Weg zu finden. Endlich angekommen, trinken wir erstmal in einem Café einen Café con leche. Danach geht es zur Kathedrale, eine der größten Spaniens. Wir zahlen je 10€ Eintritt und sind überwältigt von den Ausmaßen. Eine Vielzahl von aufwändig ausgeschmückten Kapellen reihen sich aneinander, was hier den Rahmen sprengt, die alle zu beschreiben. Sehr beeindruckend ist ein Virtual-Reality-Rundgang, den wir spontan dazubuchen und der uns Eindrücke von unterschiedlichen Aussichten der Kathedrale vermittelt, die uns sehr beeindrucken.
Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert!
Anschließend setzten wir uns in eine Bar auf der Plaza major und trinken einheimischen Wein, genießen Tapas und die letzten Sonnenstrahlen. Wir bummeln noch etwas durch die Gassen, sogar die Läden haben jetzt wieder auf und als wir wieder an den Rädern sind, machen wir uns auf die Heimfahrt. Diesmal übernehme ich die Führung, da Wims Akku leer ist. Doch auch mein direkter Weg führt uns durch die Vororte und durch Parks, nicht gradlinig zum Stellplatz. Im Dunkeln sind wir froh, angekommen zu sein.
Wim kocht noch Essen, da wir Montag Würstchen gekauft haben, die weg müssen und so essen wir nach spanischer Art um halb zehn zu Abend.
Donnerstag, 02.Oktober
Obwohl es, dafür dass wir mitten in der Stadt sind, sehr ruhig war, werden wir mal früh wach. Wir machen uns recht schnell auf den Weg, denn wir wollen heute Strecke nach Portugal machen. Da die Läden in Spanien nicht vor 9 Uhr aufmachen, fahren wir erst ein Stück, suchen uns einen Carrefour und kaufen ein paar Kleinigkeiten ein. Dann frühstücken wir dort auf dem Parkplatz auch direkt und weiter geht es.
Der erste Teil ist mal Autobahn, dann geht es aber auch schon wieder auf die Landstraße. Wobei man sagen muss, dass die Landstraßen zum Fahren wesentlich ruhiger sind und auch super ausgebaut, so dass man durchgehend 80-90 km/h fahren kann. Kurz vor der portugiesischen Grenze tanken wir noch mal, und auch die AdBlue-Anzeige zeigt weniger als 200 km Reichweite an. Und wir haben Glück und finden eine Tankstelle mit AdBlue-Automat.
In Portugal angekommen, sind wir nicht mehr so motiviert, noch lange zu fahren. Und so findet Wim einen ruhig gelegenen Campingplatz im Parque Natural de Montesinho. Wir kommen über Mittag an, und die Rezeption hat zu. Wir können uns aber einen Platz suchen und später anmelden. Wir finden auf dem terrassierten Gelände eine schöne Stelle und gehen erstmal in das kleine Café und trinken einen Galao, bzw. Milchkaffee. Danach probiert Wim den zum Platz gehörenden Außenpool aus.
Den restlichen Tag verbringen wir sehr chillig am Platz. Ich fange das erst Buch in diesem Urlaub an, und Wim hängt seine Hängematte auf und verbringt dort seine Zeit. Außerdem telefonieren wir mal mit Laura und Nele.
Irgendwann vermisst Wim seine Sonnenbrille und die große Sucherei geht los. Man glaubt gar nicht, wie viele Ecken ein Wohnmobil hat, aber die Brille bleibt verschwunden. Auch alle Überlegungen, wann er sie zuletzt hatte und wo sie verlorengegangen sein könnte, bleiben erfolglos.
Abends kochen wir uns aus unseren Resten etwas in der Multipfanne und können lange draußen sitzen.
Freitag, 03. Oktober
Heute ist es leicht bewölkt, aber im Laufe des Tages wird es immer wärmer und wir verbringen einen weiteren entspannten Tag auf dem Platz. Auch die Suche nach der Sonnenbrille ist immer noch ein Thema!
Am Nachmittag machen wir uns mal zu einer kleinen Wanderung in die Umgebung auf. Wir laufen am Platz los und es geht vorbei an unzähligen Kastanienplantagen. Hier wächst die Europäische Esskastanie und wir sind beeindruckt von der Menge an Bäumen, es werden noch immer junge angepflanzt, aber auch alte Stämme mit mehreren Metern Durchmesser sind zu finden.
Nach knapp sechs Kilometern sind wir wieder am CP und entscheiden spontan, eine Runde schwimmen zu gehen. Erst gönnen wir uns im Café ein frisches Getränk und dann geht es vor dem Pool unter die Dusche, und was sehe ich da….dort liegt Wims Sonnenbrille!
Abends haben wir im Restaurant einen Tisch reserviert. Auch jetzt ist wieder die ältere Dame da, die den ganzen Laden am Laufen hält. Leider spricht sie nur portugiesisch. Aber mit einer englischen Menuekarte und Händen und Füssen bekommen wir die Bestellung hin. Ich trinke einen Roséwein, da macht sie mir begreiflich, dass es kein Glas gibt, sondern nur als Karaffe, Wim bleibt bei seinem Cereveza, welches er schon am Nachmittag hatte. Zu Essen bestellen wir Wildschwein mit Maronen und ein Schweinefleischgericht. Das ist gute Hausmannskost, aber nicht überragend. Zum Nachtisch probiere ich einen Maronenpudding.
Wieder am Wohnmobil, spielen wir eine Runde, bevor es schlafen geht.
Samstag, 04. Oktober
Ausschlafen, frühstücken, einpacken und es geht weiter. Wir wollen noch nicht bis Porto. Wim hat gestern Abend einen Stellplatz an einem Weingut rausgesucht und per Mail nachgefragt, ob noch Platz ist und wir können kommen.
Also fahren wir knappe 200 Kilometer Autobahn durch wunderschöne Landschaft bis Lousada, immer mal wieder Blick auf das Dourotal, was sicherlich einen ausführlicheren Besuch wert ist. Im Hintergrund sind plötzlich Wolken zu sehen. Einmal müssen wir durch einen langen Tunnel und plötzlich wechselt das Wetter.
In Lousada kaufen wir in einem Mercadona ein und suchen uns den etwas abgelegenen Stellplatz. Auf den ersten Blick sieht er nicht sehr ansprechend aus. Die Stellplätze sind aber hinter dem Haus und haben einen tollen Ausblick in die Landschaft. Dort steht schon ein anderes Wohnmobil und wir entscheiden zu bleiben.
Noch bei Sonnenschein essen wir das vorher gekaufte Grillhähnchen und verbringen den Nachmittag mit Lesen und Entspannen. Leider zieht es immer mehr zu und fängt abends sogar leicht an zu fisseln. Die sehr nette Besitzerin kommt vorbei, wir können bei ihr bezahlen und bekommen eine Flasche von ihrem Vinho verde, den sie zusammen mit einer Kooperation herstellen. Außerdem haben wir Besuch von einer jungen Katze, die sehr zutraulich ist und immer wieder auf unseren Schoß springt und am liebsten auch das Innere des WoMos erkunden möchte.
Sonntag, 05. Oktober
Wir werden heute mit herrlich blauem Himmel und der kleinen Katze geweckt. Wim macht Drohnenfotos, auch da schaut Klein-Mietze ihm über die Schulter. Später beim Einpacken versucht sie sogar, in den Kofferraum zu klettern um mitzureisen.
Für heute stehen die letzten 50 km bis Porto an. Trotz Sonntag ist sehr viel Verkehr. Wir haben in den Apps lange nach einem geeigneten Stell- oder Campingplatz geguckt und einen an der Mündung des Douro gefunden. Den fahren wir als erstes an, und…Volltreffer. Wir stehen auf einem Parkplatz ohne jegliche Beschränkungen direkt am tosenden Meer und mit uns noch ein paar wenige andere Camper. Hier bleiben wir für die nächsten zwei Nächte. Später erfahren wir von anderen Campern, dass die Alternative, der Campingplatz, auch ausgebucht ist. Da hätten wir also nichts bekommen.
Wir bestellen uns ein Bolt, der fährt uns für ca. 7,50€ bis zum Fuß der Ponte Dom Luis. Und damit beginnt unser Besuch in Porto. Als erstes laufen wir über den unteren, auch für Autos zugelassenen Teil der Brücke und die 220 Stufen hoch in das Viertel Ribiera. Dort gehen wir in ein Touristenbüro. Wir buchen für zwei Tage den Hop-on-Hop-off-Bus, eine 6-Brücken-Fahrt auf dem Douro und eine Portweinkeller-Führung mit Verkostung. Weiter geht es zur Kathedrale von Porto, laufen vorbei an riesigen Baustellen mitten in der Stadt und setzten uns anschließend in ein Café in der Nähe der Kirche mit dem Torre dos Clérigos.
Der kann auch bestiegen werden, da haben wir jedoch heute keine Lust zu. Weiter geht es durch kleine charmante Gässchen und Treppen wieder runter zum Fluss.
So langsam kommt der Hunger. Da wir nicht in der totalen Touristenhochburg landen wollen, laufen wir auf die andere Seite der Brücke, den Stadtteil Gaia. Hier sind sämtliche Portweinkellereien, da es die schattige Seite ist. Wir einigen uns auf die Taberninha do Manel und bekommen nach kurzer Wartezeit einen Tisch. Das Essen ist ok, typisch portugiesisch mit viel Fisch.
Anschließend laufen wir noch ein Stück am Wasser entlang und bestellen uns am Ende der Seilbahn ein Bolt, der uns sicher zum WoMo bringt.
Montag, 06. Oktober
Nach einer durch die Brandung der Wellen recht lauten Nacht, werden wir bei bestem Wetter wach. Keine Wolke am Himmel und noch ein paar Grad wärmer als gestern. Wir duschen das erste Mal in diesem Urlaub im WoMo. Nach dem Frühstück auf einem Hocker in der Sonne machen wir uns heute mit den Rädern auf in die Stadt. Das sind immer am Wasser entlang ungefähr 20 Minuten.
Wir sichern die Räder auf einem Platz vor einem Nonnenkloster in der Nähe der Seilbahnstation und gönnen uns erstmal in einer Pastelleria einen Kaffee mit einem Pastei de Nata. Dann steigen wir das erste Mal in den Hop-on-Hop-off-Bus bis zum oberen Teil der Brücke. Wir laufen weiter hoch zu einem ehemaligen Bergkloster, welches heute militärisch genutzt wird. Dort ist eine Aussichtsplattform und man hat einen atemberaubenden Panoramablick auf die Stadt.
Dann gehen wir über den oberen Teil der Brücke, den sich Fußgänger und die Straßenbahn teilen. Auch von hier hat man einen sensationellen Blick über den Fluss.
Jetzt sind wir wie gestern wieder in dem oberen Teil von Ribeira. Wir laufen bis zu dem Mercado do Bolhao, eine Markthalle wie es sie überall gibt, aber immer wieder schön anzusehen. Vor dem Mercado gibt es die Confeitaria do Bolhao, eine 120 Jahre alte Bäckerei, in der es alle möglichen süßen Leckereien gibt, aber auch herzhafte Gericht.
Hier bestelle ich das für Porto bekannte Sandwich Francesinha. Es wird mit Pommes serviert. Die sind leider kalt und matschig. Als Wim sie reklamiert, bekommen wir sie heiß und immer noch matschig wieder, mit dem netten Kommentar der Bedienung, die Portugiesen mögen das so, sie aber auch nicht.
Das Sandwich war lecker, aber auch sehr mächtig.
Jetzt wollen wir endlich unsere Bustour weiterführen und suchen uns den nächsten Halt. Der führt uns an einem Laden vorbei, der Schokolade in Tuben verkauft. Da müssen wir natürlich rein, probieren uns durch und nehmen Präsente für unsere Kinder mit.
Die weitere Tour mit der blauen Line geht raus aus der Stadt. Wir steigen an der Küste um in die grüne Tour, die uns durch den Stadtteil Matosinhos führt. Das hätten wir uns sparen können. Dann wieder zurück in die Stadt mit der blauen Line, die steht aber mehr im Stau, als dass sie fährt und so steigen wir irgendwann aus und laufen den Rest. Fazit des Hop-on-Hop-off-Buses… das hätten wir nicht gebraucht. Die Kommentare waren nicht sehr ansprechend und die wichtigen Sehenswürdigkeiten kann man besser zu Fuß erlaufen.
Jetzt ist es schon wieder so spät, dass unser Boot nicht mehr fährt und die Kellerei ebenfalls geschlossen hat.
Abendessen wollen wir heute im Stadtteil Afurada. Das war ein Tipp von unserem Nachbarn Lukas und lag auf unserem Weg. Es ist ein altes Fischerviertel, in dem mittags schon die Holzkohlegrills angezündet werden und dann ganz authentisch frischer Fisch, von Sardinen über Tintenfisch, Crevetten und auch der Bacalhau darf nicht fehlen, gegrillt werden. Die Restaurants befinden sich in den engen Straßen, es werden einfach Tische rausgestellt und die Kellner laufen zwischen Tischen, Grill und Autoverkehr hin und her. Wir waren in der Taberna Sao Pedro, eine echte Empfehlung. Als Nachtisch steht u.a. Creme brûlée auf der Karte und wir können beobachten, wie die Karamellschicht oben drauf gezaubert wird. Im Feuer liegt immer eine kleine Metallplatte und die wird bei jeder Bestellung kurz auf die Creme gedrückt, bis der Zucker qualmt und der typische Geruch kommt, etwas Holzkohle inclusive.
Wir fahren dann noch die letzten Kilometer mit den Rädern zum Wohnmobil und hatten einen sommerlich schönen Tag in Porto, aber leider noch nicht alles geschafft, so dass wir morgen nochmal hinfahren.
Dienstag, 07.Oktober
Wir wollen heute direkt um 10 Uhr das erste Boot nehmen und müssen etwas früher aufstehen. Obwohl ich in der Vollmondnacht nicht gut geschlafen haben, machen wir uns pünktlich auf den Weg. Heute ist es sehr wolkenverhangen und nicht mehr so warm wie gestern.
Wir machen uns wieder mit den Rädern auf den Weg und über die Brücke, schließen sie am anderen Ende an und sind Punkt zehn mit die Ersten zur 6-Brücken-Bootsfahrt. Die 50-Minuten-Tour gibt nochmal einen ganz anderen Ausblick auf die Stadt, es ziehen zwischendurch sehr dunkle Wolken auf, aber es bleibt trocken.
Danach laufen wir mal wieder über die Brücke zur Portweinkellerei Burmester, um zu sehen, wann der nächste Termin für einen Führung frei ist. Wir haben Glück und können um 12 Uhr an einer deutschsprachigen Führung teilnehmen.
So haben wir noch etwas Zeit, laufen zurück über die Brücke und genehmigen uns einen Kaffee, Wim seinen ersten Portwein in diesem Urlaub, und ein Croissant in erster Reihe am Fluss, natürlich zu Touristenpreisen!
Kurz vor zwölf sind wir in der Kellerei, unser Führer Ruben begrüßt uns und wir haben eine kurzweilige Führung mit vielen Informationen der ursprünglich deutschen Familie Burmester, den unterschiedlichen Portweinsorten, was ist Ruby, was ist Tawny und sehen alte Handwerksgeräte. Den Abschluss bildet eine Portweinverkostung. Wir bekommen je ein Glas gut gefüllten weißen und roten Porto. Mit uns am Tisch sitzt ein niederländisches Ehepaar und wir unterhalten uns nett.
Natürlich gehen wir nicht ohne Portwein zu kaufen aus dem Laden.
Jetzt geht es direkt zum Wohnmobil, wir essen eine Kleinigkeit, machen Mittagsruhe (das ist nach dem Porto nötig) und fahren weiter.
Wir verhaspeln uns erstmal mächtig in Portos Straßen, enge zugeparkte Gassen, keine Hauptstraße in Sicht, einmal müssen wir ein ganzes Stück rückwärts fahren um weiterzukommen. Und auch die nette Hilfe der Portugiesen hilft uns nicht wirklich.
Als wir endlich mal wieder einen Kreisverkehr sehen, atmen wir auf.
Wir fahren Autobahn bis zum Vila do Conde Fashion-Outlet im Norden Portos. Einmal Outlet pro Urlaub muss bei uns sein!!! Wir sind allerdings nicht sehr erfolgreich. Essen dort noch leckere Hamburger und fahren weiter. Unser ausgesuchter CP ist noch ca. eine Stunde Fahrt in Caminha, dem nördlichsten Küstenort Portugals, an der Mündung des Rio Mino, welcher die Grenze zu Spanien bildet.
Wir kommen im Dunkeln an und können uns den Stellplatz aussuchen. Als erstes müssen wir dringend Wasser entleeren und neues tanken. Die Platzsuche gestaltet sich etwas schwierig und wir nehmen erstmal den nächstbesten, auch wenn wir sehr schief stehen.
Mittwoch, 08. Oktober
Wieder erwartet uns strahlend blauer Himmel. Wir parken um, damit wir gerade stehen und mehr Sonne haben.
Heute ist Wäschewaschen angesagt. Wim arbeitet etwas, während ich nach den Tagen in Porto auch mal meine „Hausaufgaben“ nachhole und zwei Maschinen Wäsche durchlaufen lasse.
Nachmittags gehen wir an den Strand und obwohl es sehr windig ist, liegen wir etwas windgeschützt in der Sonne und lesen. Danach gibt es einen Absacker an der Strandbar. Wir probieren den in Portugal beliebten Portotonic, wie der Name sagt, eine Mischung aus 1/3 Portwein und 2/3 Tonic. Zwei meiner Lieblingsgetränke zusammen, das kann nur lecker sein.
Abends überlegen wir kurz in den Ort zu fahren, entscheiden uns aber dann dafür, Reste zu essen, die weg müssen.
Donnerstag, 09. Oktober
Wir bleiben noch einen Tag länger, da das Wetter weiterhin super ist und Wim unbedingt noch einen Strandtag braucht.
Also packen wir nach dem Frühstück unsere Sachen und laufen zum Strand.
Uns erwartet Ebbe, eine sehr klare Sicht und fast kein Wind. Wir legen uns erst wieder an den Rand zwischen die Gräser, aber dort ist es vor Fliegen nicht auszuhalten und wir ziehen um auf den breiten menschenleeren Strand. Wim geht tatsächlich zwei Mal in den Atlantik baden. Wir halten bis zum Nachmittag aus, dann treibt uns der Hunger zurück. Beim anschließenden Duschen stelle ich einen dicken Sonnenbrand fest, na toll…!
Heute holen wir die Fahrräder raus, um in das Dörfchen zu fahren. Auf dem Hauptplatz mit dem schönen Brunnen setzen wir uns in das Cafe Mio, trinken etwas und essen einen Krokantbecher. Dann laufen wir durch die vielen Gassen. Da der Ort an der Pilgerstrecke von Porto nach Santiago de Compostela liegt, treffen wir hier auf ganz viele Pilger, entweder noch mit Rucksack bepackt, oder mit Leggins und Flipflops.
Wir essen in der Pizzeria Sebastião, ebenfalls auf dem Platz. Und auch hier ist kein einziger Einheimischer sondern nur aufgekratzte Pilger um uns rum.
Dann geht es mit den Rädern wieder zurück, Wim verstaut sie noch, damit wir morgen zügig weiterkommen.
Freitag, 10. Oktober
Nach dem Frühstück hat Wim ein geschäftliches Telefonat und dann geht es weiter.
Wir fahren ein Stück am Minho lang und sehen immer wieder Pilger auf ihrem Weg.
Kurz vor der Flussüberquerung nach Spanien kaufen wir ein letztes Mal in Portugal ein, es landen nochmal Portweinflaschen und portugiesischer Wein in unserem WoMo.
In Spanien müssen wir dringend tanken, denn Diesel ist hier deutlich günstiger. Auch wenn die Preise zum Teil Abweichungen von mehr als 20 Cent haben.
Wir haben uns einen Stellplatz auf der nächsten Halbinsel ausgesucht, der noch bis Sonntag geöffnet hat. Erst stehen wir vor einer sehr steilen Einfahrt mit verschlossenem Tor, dort ist aber eine Telefonnummer angegeben und kurzdrauf öffnet sich das Tor von selbst.
Wir werden von dem Besitzer in Empfang genommen und können uns einen Platz aussuchen. Nachdem wir etwas gegessen haben, wollen wir den Strand erkunden. Dort angekommen, entscheiden wir, einmal um die Bucht in den gegenüberliegenden Ort Aldán zu laufen. Auch wenn wir zweimal über Felsen klettern, ist es ein sehr schöner Weg. In dem Ort setzen wir uns in das sehr ansprechende Restaurant O Con de Aldán und trinken unseren ersten Urlaubs-Tinto di Verano, so lecker (für 4€)!!! Wir machen uns auf den Rückweg und stellen fest, dass uns die Flut den Rückweg etwas erschwert und wir einen Umweg gehen müssen. Wir kommen aber gut wieder an und haben einen wirklich schönen, spontanen Spaziergang gemacht.
Abends kocht Wim Spaghetti al vongolee mit den am Vormittag gekauften Muscheln. Immer wieder eine Herausforderung auf unseren zwei Kochplatten, aber sehr lecker. Es ist auch angenehm warm und wir sitzen lange draußen.
Samstag, 11. Oktober
Da das Wetter immer noch traumhaft schön ist, verlängern wir eine Nacht. Wim unternimmt heute eine lange Fahrradtour. Und da hier bestes Internet ist, fange ich mal an, an meinem Blog zu arbeiten. Nach fünf Stunden ist Wim zurück und ich habe einiges erledigt.
Abends wollen wir gerne essen gehen. Das Restaurant vom Vortag auf der anderen Seite der Bucht hat die Küche erst ab 20.30 Uhr geöffnet. Das ist uns zu spät, da es dann auch schon dunkel für den weiten Weg ist. Also gehen wir in unser Örtchen, auch da gibt Google zwei Restaurants an. Eins hat Betriebsferien, das andere sieht einladend aus und wir fragen, ob wir etwas zu essen bekommen. Der Kellner guckt uns sehr erstaunt an und meinte, erst ab 21 Uhr. Tja, da sind die Spanier echt anders….
Leicht frustriert gehen wir in den noch geöffneten und auch gut sortierten Supermarkt und holen uns Baguette und Käse.
Mit einem Gläschen Wein dabei haben wir es uns dann schmecken lassen und konnten sogar draußen sitzen. Nach einer Runde Qirkle sind wir dann ins Bett.
Sonntag, 12. Oktober
Heute ist Nationalfeiertag in Spanien.
Nachdem wir unsere Sachen zusammen gepackt haben, Wim noch das Wohnmobil gewaschen hat, verabschieden wir uns von dem netten Besitzer, der heute den Platz bis zum Frühjahr schließt. Normalerweise hat er bis Ende Oktober auf, aber da seine Tochter heiratet, macht er jetzt schon zu.
Weiter geht es nach Santiago de Compostela. Die Stadt bietet einen großen kostenfreien Parkplatz nur für Busse und Wohnmobile in einem Vorort an. Den fahren wir an und es ist zu der Jahreszeit auch genug Platz.
Die Stadt hat ca. 100 000 Einwohner und 40 000 Studenten. Die Besucherzahl liegt im Jahr bei über 3 Mio., davon im Jahr 2024 fast 500 000 als Pilger zu Fuß oder mit dem Rad aus verschiedenen Himmelsrichtungen. Nach Spanien kommen übrigens die zweitmeisten Pilger aus den USA, dann Italien und Deutschland. Wir waren erstaunt, wie viele Asiaten als Pilger dort waren.
Santiago ist übrigens der heilige Jakob!
Mit der Bus-Linie 1, die am Sonntag alle 30 Minuten fährt, fahren wir für 1€ in die Stadt. Aber es ist schon etwas absurd. Wir stehen an der Bushaltestelle für die zwei Kilometer in die Stadt. Da laufen die Pilger vorbei mit vielen hundert Kilometern hinter sich. Und wir warten auf den Bus.
Als erstes kommt mal wieder ein Hüngerchen. Wir laufen durch die Gassen und finden in einer Nebenstraße ein unscheinbares Restaurant, Pepa a loba, welches uns direkt anspricht. Wir bekommen draußen einen Platz. Wim isst Venusmuscheln und ich einen gigantischen Salat mit Hähnchenfleisch, Walnüssen, Rosinen. Zum Nachtisch soll es hier den weltbesten Käsekuchen geben, aber leider sind wir satt und gönnen uns nur noch einen Kaffee. Mit zwei Tinto di Verano bezahlen wir am Ende sagenhafte 34€.
Weiter geht es, denn wir wollen schließlich die Kathedrale sehen. Wir kommen an den Eingang und finden nur eine kleine Menschen-Schlange vor und sind nach wenigen Minuten in dem sehr imposanten Innenraum. Wieder beeindruckt uns der Altarraum mit seinem vielen Gold und allen Verzierungen.
Die Capilla Mayor ist das ersehnte Ziel aller Wallfahrer. Dort kann in einer üppig gestalteten Kapelle der überreich mit Gold, Silber und Juwelen geschmückte Mantel der Jakobusfigur geküsst werden. Der Andrang war aber so groß, dass wir uns das gespart haben.
Wieder draußen, gehen wir weiter um die Kathedrale und stehen endlich auf der Praza do Obradoiro, dem beeindruckenden Vorplatz der Kathedrale, der noch von vielen weiteren bemerkenswerte Bauten unterschiedlicher Herkunft eingerahmt ist.
Der Platz ist der Treffpunkt aller, die nach Santiago kommen, egal ob Pilger oder Tagestourist. Hier herrscht eine Atmosphäre, die unbeschreiblich ist. Wir erleben Gruppen, die laut juchzend auf den Platz laufen und mit Applaus begrüßt werden, aber auch einzelne Menschen, die still vor sich hinsitzen und glücklich sind, angekommen zu sein. Überall werden Fotos gemacht, immer die Kathedrale als Hintergrund.
Irgendwann müssen wir uns leider davon trennen und suchen uns die nächste Bushaltestelle, die uns wieder zum Wohnmobil bringt.
Wir sind uns einig, dass wir dort nicht übernachten möchten und fahren weiter gen Norden. A Coruña lassen wir als Ziel aus und fahren bis Valdoviño, ein Küstenort im Nordosten Galiciens. Auch wenn die Rezeption des CP schon geschlossen hat, können wir auf den Platz und uns einen SP aussuchen.
Danach machen wir uns zu Fuß Richtung Strand und genießen einen herrlichen Sonnenuntergang. An der Bar Totem genehmigen wir uns mal wieder einen Tinto, bis die Sonne untergegangen ist.
Hier merkt man, dass Feiertag ist, denn es sind für einen Sonntag noch sehr viele Leute unterwegs. So müssen wir auch an der Taperia El Gitano etwas warten, bis für uns ein Tisch frei wird. Aber es lohnt sich. Wim isst heute seine zweite Portion Muscheln, diesmal sehr leckere Jakobsmuscheln und ich einen Hamburger. Wieder sehr lecker und preiswert (Mein Hamburger mit Patatas 8€).
Abends machen wir mal einen Übersichtsplan, was wir alles noch sehen möchten, und entscheiden, am nächsten Tag auch weiterzuziehen.
Montag 13. Oktober
Heute Morgen werden wir wach und es ist bewölkt. Das kennen wir gar nicht mehr.
Unser Ziel ist der Playa de Las Catedrales, ein berühmter Strand mit einzigartigen Felsformationen und Höhlen, welche aber nur bei Niedrigwasser zu sehen sind. Also erstmal den Gezeitenkalender studieren, gegen 16 Uhr ist Ebbe. Wir haben Zeit und fahren gemütlich weiter. Auch Einkaufen ist mal wieder nötig und so halten wir an einem Lidl. Nebenan ist ein Decathlon und wir finden endlich für Wim einen neuen Haus/Trainingsanzug.
Dann tanken wir und besuchen einen Laden, ähnlich unserer Raiffeisenmärkte, in denen es sogar per Katalog Rindersamen gibt.
An den Catedrales gibt es wieder genug und ausreichend große Parkplätze. Auch die Sonne kämpft sich jetzt immer mehr durch.
In der Hauptsaison kommt man hier nur mit vorher online gebuchten Tickets hin, die aber kostenlos sind, einfach um den Besucherstrom zu kontrollieren. Jetzt ist das kein Thema mehr.
Wir trinken uns in der Bar vor Ort erstmal einen Kaffee. Dann geht es runter an den Strand. Die nächsten 11/2 Stunden sind wir damit beschäftigt, alles zu besichtigen, natürlich auf Fotos festzuhalten, durch die Priele zu laufen und uns neben den hohen Felsformationen richtig klein zu fühlen.
Eigentlich wollten wir dort in der Nähe auf einen Campingplatz, entscheiden aber spontan, noch ein Stück weiter zu fahren.
Wir verlassen Galicien und kommen nach Asturien
Das erste Mal stehen wir vor einem verschlossenen CP, wohl doch nicht richtig recherchiert. Glücklicherweise gibt es in dem Ort einen Stellplatz, und so fahren wir nach Tapia de Casariego und stehen auch da vor einer Schranke. Wir müssen uns über eine App einbuchen, und wunders, geht die Schranke auf und wir verbringen eine herrlich ruhige Nacht.
Aber erstmal geht es ans Wasser. Wim lässt die Drohne fliegen und ich genieße an einem Felsvorsprung die herrliche Sicht auf das Meer und die zerklüftete Küste. Dabei beobachte ich, wie ein Junge, wahrscheinlich mit seinem Vater unermüdlich mit seinem Brett versucht auf den Wellen zu reiten.
Später machen wir uns auf den Weg in den Ort, um etwas zu Essen. Wie wir schon wissen, ist das hier nicht immer einfach. Vieles hat zu, ist leer, oder es gibt nur etwas zu trinken. So laufen wir erstmal leicht verzweifelt bis vor an die Hafeneinfahrt, auch wenn es inzwischen stockdunkel ist. Wir wollen wenigstens irgendwo etwas trinken. So finden wir die Bar SEA Tapia, und es gibt sogar eine kleine Speisekarte. Wir setzen uns, versuchen uns mal wieder mit englisch zu verständigen, dann etwas spanisch und dem Google-Übersetzer. Die wirklich nette Bedienung bringt uns den bestellten Weißwein, die Käseplatte aus 5 asturischen Sorten und einen Teller mit Chorizo. Etwas Brot, Walnüsse und Quittengelee, und wir sind glücklich.
Dienstag, 14. Oktober
Wir stellen einen Wecker, da Wim um 9 Uhr ein Telefonat hat.
Danach geht es weiter, bei erst nebeligem, später bedecktem Himmel. So ein richtiges Ziel haben wir heute nicht. Auch wird es immer schwieriger, offene Campingplätze zu finden. P4N gibt mir endlich einen im Norden von Gijon an, und der ist dann auch unser Ziel. Abwechselnd über Landstraße, sehr eng und kurvig, und Autobahn kommen wir nach dem Mittag an und bekommen einen super Platz mit Blick auf das Meer. Erst ist es auch schön sonnig, zieht dann aber im Laufe des Nachmittags wieder zu.
Zu Mittag backe ich herzhafte Waffeln, damit das Waffeleisen nicht umsonst mitgereist ist!
Eigentlich wollten wir heute mal die Räder rausholen, aber dann verbringen wir doch die Zeit auf dem Platz. Gegen Abend machen wir uns zu Fuß in das nächste Örtchen Candás, da wir heute hoffen, dort ein offenen Restaurant zu finden. Erst laufen wir durch die Gassen und entscheiden uns dann für das Restaurant Sidreria El Pescador unten im Hafen. Der junge Kellner spricht wenig englisch, aber wir können ihm verständlich machen, dass wir gerne Fisch, am liebsten als Filet hätten. Er holt eine Extrakarte und wir entscheiden uns für einen Rodaballo, also Steinbutt, der für zwei Personen 28€ kosten soll. Leider war der aber aus und er hat uns einen anderen angeboten, einen Lubino (Wolfsbarsch). Und hier hat die Verständigung überhaupt nicht geklappt. Wir haben aus seinem Englisch 15€ verstanden, auf der Rechnung waren dann 50€.
Außerdem haben wir den für Asturien bekannten Cider probiert, um auch hier wieder festzustellen, das ist nicht unser Getränk.
Es war trotzdem ein leckeres Essen und ein schöner Abend.
Mittwoch, 15. Oktober
Bei sehr bedecktem Wetter werden wir wach. Es ist dabei aber angenehm warm, und wir frühstücken draußen.
Heute wollen wir nach Oviedo, der Hauptstadt Asturiens und eine der ältesten Städte Spaniens.
Die Dame an der Rezeption empfiehlt uns, den Bus zu nehmen. Dafür laufen wir erst wieder nach Candás. Die Busfahrt kostet uns 13€ Hin und Zurück und nach 35 Minuten sind wir bequem in der Stadt.
Erst sind wir sehr enttäuscht von der Stadt. Als wir aber an der Kathedrale San Salvador ankommen und die Sonne durchkommt, springt doch etwas der Funke über. Für den Besuch der Kirche möchten sie Eintritt haben, und da wir in diesem Urlaub schon genug Kirchen von innen gesehen haben, schenken wir uns das diesmal. Wir besuchen die Altstadt, den Mercado El Fontan, laufen durch den Campo de San Francisco, die grüne Lunge der Stadt. Zwischendurch erleben wir eine sehr laute Demonstration der Studenten gegen Gaza und das Friedensabkommen. Außerdem sind in der ganzen Stadt 120 Skulpturen bekannter Menschen aufgestellt. An einigen laufen wir vorbei. Nur Woody Allan haben wir leider nicht gefunden.
Über Mittag macht alles wieder zu und wir suchen uns ein Restaurant. Wir werden im Floridita, etwas versteckt hinter der Kathedrale fündig. Das Tagesmenue spricht uns an und so werden wir bei Cesars Salad und Asturischem Bohneneintopf als Vorspeise, Kalbsschnitzel mit Pommes und Japanischem Gemüsewok als Hauptgericht, Flan und Arroz de leche zum Nachtisch und Kaffee mehr als satt. Ach so… einen kleinen Gruß aus der Küche gibt es auch. (Und alles zusammen hat keine 40€ gekostet)
Da wir den Bus um 16 Uhr bekommen wollen, verlassen wir etwas überstürzt das Lokal und laufen auf kürzestem Weg ans andere Ende der Stadt. Wir kommen an der Foncalada, einem im 9. Jahrhundert erbauten Steinbrunnen, der heute noch Trinkwasserquelle ist, vorbei. Leider haben wir keine Zeit, uns den genauer anzusehen.
Auf die Minute sind wir am Busbahnhof und fahren mit dem diesmal vollen Bus zurück.
Da immer noch strahlend blauer Himmel ist, sitzen wir uns bis zum Sonnenuntergang draußen.
Groß Hunger haben wir heute nicht mehr, lesen noch etwas und gehen früh ins Bett.
Donnerstag, 16. Oktober
Heute wird ein Klüngeltag. Wir schlafen lange, packen in Ruhe ein und machen uns auf den Weg. Der Himmel ist bewölkt, auch wenn es noch immer warm ist. Unterwegs halten wir an einem Mercadona, das erste Mal in Spanien, und es wird ein Großeinkauf.
Unser Ziel sind die Picos de Europa, ein Bergzug von 40 km Länge und 20 km Breite, und erstreckt sich von Galicien bis ins Baskenland. Von der Küste in Asturien fahren wir nur ca. 20 km ins Inland und sind umgeben von Bergen mit bis zu 2000 Metern Höhe.
Am frühen Nachmittag sind wir auf dem Campingplatz und da kommt die Sonne durch und wir haben keine Wolke mehr am Himmel. Das nutze ich direkt nochmal, eine Maschine Wäsche zu waschen, die anschließend super trocknet.
Leider sind hier sehr viele lästige Fliegen und vor dem WoMo sitzen macht nicht wirklich Spaß, erst als wir uns etwas in den wenigen Wind setzen, ist es auszuhalten.
Später laufen wir in das Örtchen, aber da ist so gar nichts los. Außer einem Restaurant, welches aber erst später wieder öffnet, hat es nichts zu bieten.
Heute Abend wird das erste Mal in diesem Urlaub der Grill rausgeholt. Es gibt Steak mit Kartöffelchen und Salat. Wir können noch draußen essen, aber dann wird es doch kalt und wir spielen drinnen noch eine Runde.
Freitag, 17. Oktober
Der Grund für den Abstecher in die Picos ist eine Wanderung durch die Garganta del Cares, eine spektakuläre Schlucht des Rio Cares, der den zentralen vom westlichen Teil der Picos trennt. Der Start für uns ist in Poncebos und soll in Cain enden. Das sind ungefähr 12 Kilometer. Allerdings kann man den Weg nur hin und wieder zurück laufen, denn zwischen den beiden Orten liegen fast 100 Straßenkilometer.
Da es keinen Bustransfer um diese Jahreszeit mehr gibt, fahren wir mit dem Wohnmobil dorthin. Wir stellen uns für sieben Uhr den Wecker. Es ist noch stockdunkel, und wir haben einen gigantisch klaren Sternenhimmel. Gegen acht Uhr kommen wir los. Vor Ort frühstücken wir etwas um dann um viertel nach neun zu starten.
Wir parken an der Straße und müssen noch ein Stück bis zum Einstieg laufen. Die ersten zwei Kilometer gehen sehr steil und steinig bergauf. Das zieht sich ordentlich. Endlich oben angekommen, geht es ein langes weiteres Stück bergab. Wir wundern uns etwas, dass uns zu so früher Stunde schon so viele Wanderer entgegenkommen.
Und plötzlich stehen wir vor einer Absperrung…und es soll nicht weitergehen.
Wim lässt hier seine Drohne fliegen, findet aber auf dem Stück, welches er einsehen kann, nichts, was das erklären könnte.
Wir wagen es einfach und steigen über die Absperrung, da wir auch andere Leute auf dem gut einsehbaren Weg laufen sehen. So geht es auf einem sehr gut begehbaren flachen Weg, auf der einen Seite Fels und zur anderen Seite steil bergab zum Fluss, noch ca. eine Stunde weiter. Dann stehen wir wieder vor einer Absperrung, und die ist so, dass wir sie nicht umgehen können.
Zwar kommt uns auf dem Stück ein Parkwächter entgegen, der uns anbietet, den Zaun aufzuschließen, aber da wir nicht wissen, ob wir wieder zurück kommen, lassen wir es. Wahrscheinlich fehlen uns noch drei Kilometer bis Cain.
Also machen wir uns auf den Rückweg. Die ersehnte Pause mit Mittagessen in Cain fällt dann wohl aus. Gut, dass wir mit Banane und Plätzchen vorgesorgt haben.
Es war dann doch eine Wanderung von 18 Kilometern und fast 500 Höhenmetern. Um viertel nach zwei sind wir zurück am WoMo.
Am Ende haben wir mal drauf geachtet, am Einstieg der Route hing ein unscheinbarer Zettel, dass der Weg nicht ganz begehbar ist.
Wir fahren aus dem Tal in den nächsten Ort, Las Arenas, durch den wir morgens schon gefahren sind, und der etwas größer ist. Wir können problemlos parken und suchen uns hier etwas zu essen. In der Sideria La Zapika können wir draußen in der Sonne sitzen und bestellen uns eine Kleinigkeit und Wim versucht es nochmal mit Cider.
Da wir den ganzen Tag keine Wolke am Himmel hatten, aber doch viel im Schatten spazieren waren, freuen wir uns auf ein paar sonnige Momente am WoMo, heute mit sehr wenig Fliegen!
Aber erstmal gehen wir in das tolle Hallenbad, welches auf dem Platz ist, duschen den Schweiß der Wanderung ab und schwimmen eine kleine Runde.
Abends probieren wir das Restaurant auf dem Platz. Es ist sehr gut besucht. Wim probiert Cachopo, ein typisches Gericht der asturischen Küche, am ehestens mit einem Cordon Bleu zu vergleichen.
Samstag, 18. Oktober
Wir werden bei 8 Grad Außentemperatur und sehr hoher Luftfeuchtigkeit wach, aber keine Wolke am Himmel. Und es soll laut Wettervorhersage der letzte schöne Tag werden. Also beschließen wir nochmal einen Strandtag einzulegen.
Wir fahren zurück Richtung Küste. Heute verlassen wir Asturien und kommen nach Kantabrien, kaufen unterwegs in einem LuPo ein und fahren an den Playa de Canallave, sehr schön eingebettet zwischen Steilklippen. Parken ist wieder kein Problem. Als erstes frühstücken wir. Dann geht es an den Strand. Nach einigen Sonnenstunden und einem kleinen Spaziergang wage ich es heute auch mal ins Wasser, wenigstens bis zum Bauchnabel.
Gerne wären wir über Nacht dort stehengeblieben, haben dann die Parkschilder genauer studiert, und da wir uns in einem Nationalpark befinden, dürfen wir von 1.30- 6.00 Uhr dort nicht stehen. Wir hatten als Alternative zwar einen Campingplatz in der Nähe gefunden, der ganzjährig geöffnet hat, entscheiden uns aber dann, bis Santander zu fahren.
Auch wenn bei P4N dort vor Diebesbanden gewarnt wird, ist der örtliche Stellplatz in der Nähe der Universität sehr gut besucht. Wir bekommen einen der letzten Plätze und fühlen uns sicher.
Zu Fuß machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir müssen über einen Berg, vollgebaut mit wenig ansprechenden Hochhäusern. Dazwischen befinden sich überall Treppen und parallel Rolltreppen bzw. Rollbänder. Sehr interessant, kennen wir so auch noch nicht.
In der Stadt angekommen, müssen wir uns erstmal orientieren und laufen bis zur Strandpromenade. Da merken wir schon, wie viele Menschen unterwegs sind. Es sind auch wirklich noch sommerliche Temperaturen. Wir gehen durch die Gassen der Innenstadt und finden mit der Cafeteria Luzmela eine typische Tapasbar. Mit Glück bekommen wir draußen einen Tisch und genießen bei Weißwein einige für die Region bekannte leckere Pintxos. Gutgläubig heben wir uns noch Hunger auf, da es bestimmt noch andere Möglichkeiten gibt. Wir haben aber nicht damit gerechnet, dass es so voll wird und man nirgends mehr Platz bekommt. Am Ende essen wir in dem Mercado des Indianos noch etwas. Dort kann man sich, typisch Markthalle, an verschiedenen Ständen etwas holen und im Innenraum an einem Tisch essen. Zum Abschluss gibt es an der Promenade noch ein Eis.
Um nach Hause zu kommen, wollen wir uns ein Boldt oder Uber rufen, die sind dort aber nicht verfügbar, sondern Cabify. Nachdem ich mich dort registriert habe, klappt auch das super, nach 4 Minuten ist das Auto da und nach wenigen Minuten sind wir für 6,33€ sicher am Wohnmobil.
Sonntag, 19. Oktober
Wir haben beide sehr schlecht geschlafen. Wim geht am Morgen erstmal eine Runde laufen. Danach fahren wir zu dem Strand, an dem er vorher war, parken und nehmen in einem Café mit Blick aufs Wasser ein kleines Frühstück zu uns. Es besteht aus Café con leche und einem „gebügelten“ Croissant mit Butter und Marmelade. Wir fahren weiter die Promenade am Strand längs und stellen fest, dass die Stadt doch sehr viel zu bieten hat und sie uns im Hellen auch sehr gut gefällt.
Ein Zwischenziel auf dem Weg nach Bilbao ist der Faro de ajo, ein auffällig bunt angemalter Leuchtturm über den Klippen. Außerdem verlassen wir heute Kantabrien und kommen in das Baskenland.
Bis jetzt war es zwar sehr warm, aber komplett bewölkt und hier auch sehr windig. Plötzlich kommen die ersten Sonnenstrahlen durch. Wim lässt am Leuchtturm seine Drohne fliegen. Es ist jedoch so windig, dass er irgendwann schon befürchtet, er kann sie nicht mehr zurückholen. Aber glücklicherweise hat er sie doch gut im Griff.
Weiter geht es nach Bilbao, es bleibt erstmal sonnig und das Autothermometer zeigt zwischendurch 29 Grad an. Unser Navi ist mal wieder nicht ganz eindeutig und so irren wir durch die Gegend, bis wir dank Google maps doch recht einfach den Stellplatz finden. Wir haben Glück und bekommen einen Platz auf der oberen Ebene mit Blick auf die Stadt. Leider reicht die Sonne nicht bis hier und wir erleben den ersten kräftigen Regen in diesem Urlaub. Auch ist es so stürmisch, dass das Wohnmobil wackelt und Wim seit langem mal wieder die Stützen unter der Heckgarage anbringt.
Trotzdem machen wir uns abends mit dem Bus auf in die Stadt. Der braucht eine gute halbe Stunde und an der Endstation steigen wir aus.
Wir orientieren uns Richtung Altstadt. Dort finden wir eine Pinxos-Bar neben der anderen. Und es ist längst nicht so voll, wie am Abend vorher in Santander. Wir schlemmen uns also durch verschiedene Lokale, und alles ist sehr lecker. Das macht hier richtig Spaß!
Irgendwann nehmen wir den Bus zurück zum Stellplatz und es gibt den nächsten Regenschauer.
Montag, 20. Oktober
Auch in der Nacht hat es weiteren Regen gegeben. Morgens kommt die Sonne durch den Nebel und es wird ein trockener Tag.
Wir frühstücken ausgiebig und nehmen wie schon gewohnt, den Bus Nr. 58. Erstmal laufen wir wieder durch die Altstadt, sind aber enttäuscht, dass dort doch nicht so viele Läden geöffnet haben. Dann suchen wir uns die Einkaufsmeile, wir besuchen den Corte de Ingles, einmal bis in die obere Etage und wieder zurück. Dann kommt ein leichter Kaffeedurst. Wir holen uns in einer Bäckerei das für Bilbao bekannte Törtchen Carolina, mit einem Kaffee und setzen uns in den gigantischen Kreisel am Plaza de Don Federico Moyúa. Es ist einer der zentralsten Plätze der Stadt an der viele wichtige Straßenachsen zusammenkommen. Trotz des Verkehrs um uns herum, sitzen wir ruhig zwischen wunderschön bepflanzten Blumenbeeten mit Blick auf einen Springbrunnen und genießen unsere kleine Pause.
Nächstes Ziel ist Sfera, ein Bekleidungsladen, der uns in Santander schon angesprochen hat, aber leider vor unserer Nase die Rollos runterließ.
Und da haben wir sehr gut eingekauft, sowohl Wim als auch ich werden fündig. Und in der Kinderabteilung müssen wir natürlich auch für Nele etwas mitnehmen.
Jetzt geht es zum Guggenheim-Museum, ein Muss bei jedem Bilbao-Besuch. Das Museum für moderne Kunst wurde 1997 fertiggestellt und ist bekannt für seinen dekonstruktivistischen Baustil. Da heute Montag ist, hat es geschlossen. Wir bewundern also nur den imposanten Bau von außen, mit dem Blumenhund Puppy vor dem Museum und der 9 Meter hohen Spinnenskulptur Maman und Tall Tree & The Eye hinter dem Gebäude.
Weiter geht es an der Promenade des Nervión, vorbei an der Zubizuri- Brücke, nochmal durch die Altstadt in den Mercado de la Ribera. Der angeblich größten Markthalle Spaniens, die es sogar ins Guinessbuch der Rekorde geschafft hat. Jetzt ist aber alles geschlossen, nur der Gastro-Bereich hat noch geöffnet. Wir nutzen das nochmal und probieren von den unterschiedlichen Ständen verschiedene Pinxos. Zum Abschluss hole ich mir noch einen Kaffee mit einem kleinen Stück Cheesecake, der dann sagenhafte 5,80€ gekostet hat!
Obwohl heute mehr Wolken als Sonne am Himmel waren, hatten wir Temperaturen um die 22 Grad. Es war das ideale Wetter für einen Stadtbesuch, auch wenn Fotos mit blauem Hintergrund immer besser wirken.
Am Abend nehmen wir den Bus wieder zum Stellplatz und lassen den restlichen Tag ruhig ausklingen.
Dienstag, 21. Oktober
Nach dem Frühstück und Dusche im Wohnmobil geht es weiter. Unser heutiges Ziel ist der unaussprechliche Ort Gaztelugatxe. Erst sieht das Wetter noch vielversprechend aus. Wir fahren bei blauem Himmel los. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto mehr zieht es zu. Vor Ort haben wir keine Möglichkeiten, mit dem Wohnmbil zu parken. Also fahren wir die Straße ein Stück weiter hoch und dort ist ein Aussichtspunkt mit Parkmöglichkeit. Und jetzt kommt ein kräftiger Regenschauer runter. Was machen? Ich habe mich sehr auf dieses Ausflugsziel gefreut. Wim hat nicht so recht Lust, sich das anzutun.
Da das Wetter aufklart, entscheide ich, mich alleine auf den Weg zu machen. Regenjacke eingepackt und los geht es. Erstmal muss ich die Straße wieder zurück. Am Einstieg führt ein steiler Weg bergab mit Stufen ungefähr 20 Minuten bis zur Steinbrücke zur Felsenbrücke. Dann geht es über einen schmalen Weg 241 Stufen hoch zu der Einsiedlerkirche auf der Felseninsel. Inzwischen ist bestes Wetter, und eine tolle Sicht auf das Meer und die umliegenden Klippen. Oben angekommen, thront die Wallfahrtskapelle San Juan de Gaztelugatxe, aber leider ist sie geschlossen. Ich genieße den Ausblick, bevor ich mich wieder auf den Rückweg mache.
Alle Stufen wieder runter und auf der anderen Seite den recht steilen Berg wieder hoch.
Übrigens hat diese Kulisse auch die Macher der Fernsehserie „Game of Throne“ inspiriert. Im Sommer ist aufgrund des hohen Besucherandrangs auch hier eine Online-Reservierung notwendig, und der Eintritt frei.
Verschwitzt, aber glücklich wieder oben angekommen, rufe ich Wim an, der mich dort einsammelt.
Wir fahren weiter die Küste entlang, da wir gerne etwas essen möchten. Die Orte sprechen uns aber nicht recht an und Parken ist auch schwierig. So entschließen wir uns, bis Zarautz zu fahren. Dabei kommen wir durch den Ort Gernika-Lumo. Die Stadt wurde 1937 Ziel einer massiven Attacke der deutschen Luftwaffenlegion, welches mit dem Franco-Regime abgestimmt war und die ganze Stadt zerstört hat. Hier finden wir eine Parkmöglichkeit und nutzen das, um etwas zu essen. Im Restaurant Azules gibt es ein Mittagsmenue und wir sitzen draußen und lassen uns die drei Gänge bei Wein und Wasser schmecken. Vor dem Friedensmuseum sehen wir uns die Schautafeln an, welche Bilder der Gräueltaten des Naziregimes zeigen.
Weiter geht es über die sehr kurvige Autobahn bis Zarautz, wo wir auf dem Campingplatz ohne Probleme eine Platz, sogar mit etwas Meerblick bekommen.
Später machen wir uns noch auf den Weg zum Strand. Unser Platz liegt hoch oben auf den Klippen, und so müssen wir den ganzen Berg erst runter, bis wir zum Strand und in das Örtchen kommen. Interessant ist der Weg am Strand, es ist eine Holzpromenade, auf der einen Seite ist ein Golfplatz, und die Seite ist mit Netzen abgesichert und auf der anderen Seite das Meer.
In Zarautz finden wir eine kleine Bar und trinken Tinto di Verano, unser spanisches Lieblingsgetränk. Dann müssen wir uns zügig auf den Rückweg machen, denn die Sonne ist untergegangen und so wird es auch bald dunkel. Also die über 400 Stufen wieder hoch und oben angekommen, fängt es einmal kräftig an zu regnen. Wir machen uns noch eine Kleinigkeit zu essen und spielen eine Runde, bevor es ins Bett geht.
Mittwoch, 22. Oktober
Als letztes Highlight dieser Reise steht San Sebastian, oder auch Donostia, wie es auf baskisch heißt, auf dem Plan. Wir überlegen lange, wie wir da am Besten hinkommen und entscheiden uns dafür, den Platz zu verlassen und mit dem Wohnmobil in die Stadt zu fahren. Es gibt einen städtischen Stellplatz an der Uni, der klein und entsprechend schnell voll ist. Aber wir wollen es mal versuchen. Dort angekommen, ist natürlich kein Platz mehr. In einer Straße davor scheinen normale Tagesparkplätze zu sein und so reihen wir uns mit anderen Campern dort ein. Wim versucht den Parkautomaten zu verstehen und für 4,50€/24 Stunden hoffen wir, alles richtig gemacht zu haben.
Wir laufen zu Fuß in die Stadt durch eine sehr schöne Straße mit vielen kleinen Läden bis zum Strand. Im Miramar-Park haben wir den ersten tollen Blick auf die Strände. Links der Playa Ondaretta und rechts der La Concha. Man sagt, es ist der schönste Stadtstrand der Welt, mit seinem feinen weißen Sand. Wir laufen die ganze Promenade entlang bis zum anderen Ende, wo sich die Altstadt anschließt. Auch hier sind die Straßen voller Geschäfte, Restaurants und Cafés. Es ist alles viel gepflegter und netter als in anderen spanischen Städten und gefällt uns ausgesprochen gut.
Hier ist es ein Muss, den legendären Cheesecake zu essen. Und so suchen wir uns das wohl dafür bekannteste Restaurant La Viña. Es herrscht entsprechend Andrang. Wir finden im Eingangsbereich ein Tischchen und Wim organisiert uns nochmal ein paar Pinchos und natürlich Cheesecake. Er bringt davon zwei Stücke mit, jedes liegt einmal durchgeteilt auf dem Teller. Der ist schon lecker, aber so süß und mächtig, dass wir jeder nur die Hälfte schaffen und uns den Rest einpacken und mitnehmen.
Anschließend geht es weiter durch die Altstadt. Wir kommen über den Plaza de la Constitución, früher einer der wichtigsten Plätze der Stadt, unter anderem fanden hier Stierkämpfe statt. Deshalb sind auch die Balkons der umliegenden Gebäude nummeriert, damit die Besucher ihre Plätze fanden.
Leider sind wir etwas stadtmüde und nachdem wir noch etwas durch die Läden gebummelt sind, suchen wir uns einen Bus, der uns wieder zum Wohnmobil bringt.
Dort angekommen sind wir erleichtert, dass mit dem Parken alles geklappt hat. Wir fahren weiter bis Irun in das Einkaufscenter Alcampo, kaufen nochmal großzügig ein, tanken dort für unschlagbare 1,25€ und weiter geht es zum Lidl.
Außerdem muss unbedingt wieder AdBlue aufgefüllt werden, und da wir früher in Frankreich oft Probleme hatten, Zapfsäulen zu finden, suchen wir uns hier noch eine Tankstelle.
Inzwischen ist es schon dunkel, wir entscheiden uns trotzdem, Spanien noch zu verlassen und hinter der Grenze einen Campingplatz zu suchen. Wir finden in den Apps welche, die noch geöffnet sind, aber als wir sie anfahren, hat die Rezeption überall schon zu.
Dank der CampingCarPark-App fahren wir noch eine halbe Stunde weiter nach Labenne, geben den bei der Online-Buchung bekommenen Code ein und kommen auf einen großzügigen Stellplatz und stellen uns auf einen freien Platz. Inzwischen ist es 21 Uhr, wir genießen ein Glas Wein und essen eine Kleinigkeit, bevor der Tag zu Ende geht.
Donnerstag, 23. Oktober
Eigentlich hatten wir eine ruhige Nacht, nur standen wir unter einer Eiche und der Wind, zwischendurch war es eher sogar Sturm, hat uns die ganzen Eicheln aufs Dach gehagelt, da dass es immer wieder laut geknallt hat. Nach Dusche im WoMo und Frühstück geht es weiter. Erstmal fahren wir Richtung Strand, aber da es regnet, sind wir zu bequem auszusteigen. Also weiter Richtung Autobahn, mit Halt bei einem Bäcker.
Wir wechseln uns stündlich mit Fahren ab, machen zwischendurch Halt, um etwas zu essen und fahren mit Tankstopp bis Tours, ziemlich genau 500 km. Dort ist ein Campingplatz am Ufer des Flusses Cher und hier verbringen wir die Nacht. Auch wenn wir im Hellen ankommen, können wir uns nicht entschließen, noch in die Stadt zu fahren und bleiben am Platz.
Die Fahrerei war heute ziemlich anstrengend, da es sehr windig war, vor allem mit Seitenböen und kurzen aber heftigen Regenschauern. Dafür wurden wir zwischendurch mit unterschiedlichsten Regenbogen verwöhnt.
Freitag, 24. Oktober
Wir werden bei strahlend blauem Himmel wach und so ist klar, dass wir der Stadt noch einen Besuch abstatten. Auch hier entscheiden wir uns dafür, den Bus zu nehmen. Am Bahnhof angekommen, suchen wir uns den Weg zur Kathedrale. Daneben ist das Kunstmuseum mit einem angrenzenden Park. Und dort steht die „Cèdre du Liban“, eine über 200 Jahre alte, riesige Zeder, die uns sehr beeindruckt.
Auch die Kathedrale Saint-Gatien, ein Meisterwerk der gotischen Kunst und ihren großen unterschiedlich gestalteten Glasfenstern beeindruckt uns sehr. Weiter geht es an die Loire und dann in die Altstadt. Der bekannteste Platz mit seinen typischen Fachwerkhäusern und kleinen Cafés ist der Place Plumereau. Wir besuchen auch hier die Markthallen und anschließend gucken wir nach einem Restaurant für ein Mittagessen. Wir finden das La Plume Blanche. Auch in Frankreich gibt es das Angebot des Mittags-Menüs, hier allerdings ohne Getränke. Trotzdem zu unschlagbaren Preisen.
Auf dem Weg zum Bus kommen wir an einem Herrenladen vorbei und Wim kauft spontan ein paar Schuhe.
Wieder am Campingplatz, machen wir uns weiter auf die Heimreise. Heute ist Freitag und wir möchten gerne Paris noch hinter uns lassen. Für die Fahrt um die Hauptstadt brauchen wir dann auch zwei Stunden und ich finde es sehr anstrengend, da in Frankreich Motoradfahrer im Stau die Rettungsgasse benutzen dürfen und oft laut hupend zwischen uns durchrauschen.
Hinter Paris machen wir uns auf die Suche nach einem Stellplatz. In der Region ist die Auswahl aber sehr begrenzt. Wim findet einen kleinen Stellplatz abseits der Autobahn in Pont-Sainte-Maxence auf einem örtlichen Parkplatz an der Oise. Dort angekommen, sind die vier Plätze belegt, aber andere Wohnmobile stehen auf den normalen Plätzen und wir entscheiden uns, dort zu bleiben.
Zum Abendessen finden wir ein türkisches Restaurant, Le Grill du Pont. Obwohl nichts los ist, essen wir dort etwas. Das Personal ist sehr nett und alles ist toll angerichtet, geschmacklich ist meins sehr lecker, Wim ist enttäuscht und hat auch im Nachhinein das Gefühl, dass es Geschmacksverstärker enthalten hat. Wir sitzen alleine in der oberen Etage, recht ungemütlich.
Wieder am Parkplatz, sind inzwischen noch mehr Wohnmobile da. Zu den vier offiziellen Plätzen kommen noch acht weitere WoMos. Der Platz ist direkt hinter der Police municipal und es ist wohl geduldet, dass wir dort alle übernachten.
Samstag, 25. Oktober
Heute steht unsere letzte Etappe an, und wir machen uns früh auf den Weg. Am Ortsausgang ist ein großer Leclerc. Dort frühstücken wir eine Kleinigkeit und kaufen das erste Mal für heute ein. Weiter geht es durch Belgien, hier fängt auch der nächste Regen an und wir kommen so richtig im Herbst an.
In Lüttich steht bei einem Delhaize der nächste Einkaufsstopp an. Dann geht es in einem Schwung nach Deutschland und sind am frühen Abend, noch im Hellen wieder zuhause.
Zusammengefasst waren es wunderschöne vier Wochen ohne Pannen oder Zwischenfälle. Wir sind durch herrliche, abwechslungsreiche Landschaften gefahren und auch die grüne Küste Spaniens mit klasse Sandstränden aber auch Steilklippen, eine Region für Surfer und andere Wassersportler, ursprünglichen Fischerdörfern und Strandpromenaden hat uns sehr gut gefallen.
Wir sind fast 5000 km gefahren. Hatten für die Mautstecken die Mautbox Tollbird, die super funktioniert hat und für stressfreies Reisen auf der Autobahn gesorgt hat.
Das Wetter hat uns für die Jahreszeit in keinster Weise enttäuscht (auch wenn man da keinen Einfluss drauf hat), lediglich in der letzten Woche hatten wir etwas Regen, der uns aber nicht gestört hat.

